Einmal geimpft – trotzdem positiv getestet und ansteckend

Derzeit wird von der Politik darüber diskutiert, inwieweit Lockerungen für bestimmte Personengruppen in Frage kommen sollen. Im Testzentrum von Wanderlust und Schützenverein Methler haben die Tester eine bemerkenswerte Variante festgestellt, die die bereits einmal Geimpften aufhorchen lassen sollte.

Eine vor 24 Tagen zum ersten Mal geimpften Person wollte sich wegen eines Maniküretermins einen negativen Test beim Testzentrum in der Otto-Prein-Str. in Methler bescheinigen lassen. Der Schnelltest am 4.5. gegen 17:25 Uhr ergab jedoch einen positiven Befund.

Die Helfer*innen übergaben der völlig fassungslosen Frau das Ergebnis und baten sie sodann zum PCR-Abstrich, der seit dem vergangenen Wochenende nunmehr sofort nach einem positiven Schnelltest ebenfalls im Vereinsheim des RV Wanderlust abgenommen werden kann.

Das im Zusammenarbeit mit der Kaiserau-Apotheke beauftragte Labor bekam den Abstrich im Laufe des Vormittags des nächsten Tages. Das Labor stellte die britische Covid 19-Variante B117 mit einem CW-Wert fest, der die Frau als hoch infektiös und ansteckend ausweist.

Das bedeutet, dass eine Person, die erst einmal geimpft wurde innerhalb der üblichen Karenzzeit sich sehr wohl mit dem Coronavirus infizieren und demnach auch andere anstecken kann.

Das Gesundheitsamt meldete sich umgehend bei ihr und fragte die Kontaktpersonen der vergangenen Tage ab. Ebenfalls am selben Tag nahm das Gesundheitsamt Kontakt mit diesen Personen auf und veranlasste die notwendigen Maßnahmen.

Beim Testzentrum des RV Wanderlust und Schützenverein Methler freut man sich, dass man zusammen mit dem Gesundheitsamt so effektiv und schnell an der Unterbrechung der Infektionsketten mithelfen kann. Gleichzeitig weist man darauf hin, dass erst einmal Geimpfte nicht der trügerischen Sicherheit eines umfassenden Schutzes unterliegen sollten und sich weiterhin testen lassen sollen, um nicht unwissentlich andere anzustecken.


Aktueller Bericht dazu aus dem Hellweger Anzeiger online vom 16.05.2021:

PDF: Bericht-HA-Onlineausgabe-2021-05-16

Rührung und Dankbarkeit

Eine Welle der Hilfsbereitschaft für die junge Mutter erreicht uns gerade. Das Ehepaar Manfred und Ursula Böckmann hat uns am Mittwoch, 5.5.21, einen Warenkorb voll mit Lebensmitteln und einen selbst gebackenen Kuchen für die junge Mutter übergeben. Auf ein Päckchen in diesem Warenkorb klebten Christa und Wolfgang Brassat aus der Lindenallee, die zufällig die Lebensmittelspende sahen, noch einen 20,00 Euro-Schein.



Frau Verena Mann, Pfarrerin der evangel. luth. Kirchengemeinde Methler, hat uns zwei 30 € Einkaufgutscheine vom örtlichen REWE-Händler für die junge Mutter für die 26jährige gegeben. Und Mike Eberl und Birgit Recker halfen mit Konserven und Obst in Gläsern.

Die junge Mutter weinte bei der Übergabe durch Wolfgang Merkel und Manfred Chytralla vor Rührung und Dankbarkeit.


Aus der Presse:

Ein Dorf rückt zusammen – Ergreifende Geschichte mitten aus dem „Corona-Leben“ in Methler

Fotos: Marcel Drawe – Hellweger Anzeiger

Das ging den ehrenamtlichen Helfer*innen schon unter die Haut, was sie letzten Samstag im Corona-Schnelltestzentrum des RV Wanderlust und des Schützenverein Methler erlebten. Eine junge Mutter mit ihrem 13 Monaten alten Baby wollte mit dem Kinderwagen zu Fuß zum Einkaufen nach Kaiserau. „Nur mal eben zum Vereinsheim des RV Wanderlust zum Schnelltest“, dachte sie, und ließ dort rasch einen Corona-Schnelltest machen, weil sie einen merkwürdigen Husten hatte.

Dann der Schock: Auf dem Testkit bildete sich nach nur wenigen Minuten deutlich ein zweiter Streifen aus. Und der bedeutet: der Schnelltest ist positiv.

Die Helferin, die den Test vorgenommen hatte, teilte der jungen Mutter das Ergebnis mit und die war völlig fertig und weinte. Sie sei erst vor kurzer Zeit der Liebe wegen nach Methler gezogen, doch jetzt steht sie mit ihrem Kind ganz alleine da, weil die Beziehung zerbrochen ist. Sie habe kein Auto und die Zeit, soziale Kontakte zu knüpfen, war zu kurz. Und nun das: Quarantäne.

Wer soll nun für sie und das Kind einkaufen? Was ist, wenn die Erkrankung plötzlich schlimmer wird? Was ist dann mit dem Kind? Eine Welt brach für sie zusammen.

Die ehrenamtlichen Helfer*innen der Schnellteststelle von Wanderlust und Schützenverein sind wohl eine der wenigen, wenn nicht sogar die einzige Teststelle, die sich in einer selbst initiierten Nachbetreuung um die in ihrem Schnelltestzentrum positiv getesteten Menschen kümmern.



Man ist ganzheitlich und nachhaltig für das Dorfleben tätig und beendet sein Engagement nicht mit dem Schließen der Tür im Vereinsheim. Nach einem positiv verlaufenen Testergebnis wird in Telefonaten u.a. die häusliche Situation abgefragt, um einen Hilfsbedarf zu analysieren. Im Bedarfsfall wird Hilfe im leistbaren Rahmen angeboten. Außerdem vergewissert man sich, dass die weitere Betreuung durch das Gesundheitsamt gewährleistet wird.

In dem folgenden Telefonat mit der jungen Mutter war diese völlig am Boden zerstört, ob der ungewissen Situation.

Spontan entschloss man sich, der Mutter zu helfen und kaufte nach Rücksprache mit ihr die fürs Wochenende notwendigen Lebensmittel für Mutter und Kind ein. Diese Waren wurden noch am Samstag vor die Wohnungstür in Methlers Dorfkern gestellt. Finanziert wurde dieser Einkauf durch die Spenden derjenigen, die sich im Vereinsheim haben testen lassen und eine Spende in das dortige Sparschwein gesteckt haben. Damit hat also das ganze Dorf mitgeholfen und die junge Mutter war sprachlos vor Rührung.

Überraschende Erkenntnisse beim Corona-Schnell-Testzentrum von RV Wanderlust und Schützenverein Methler

Foto: Marcel Drawe – Hellweger Anzeiger

Immer wieder hört man: „Warum soll ich mich testen lassen, ich habe doch gar keine Symptome.“ Mit diesem Trugschluss wollen nun die Helfer*innen der Corona-Schnellteststelle von RV Wanderlust und Schützenverein Methler aufräumen und gehen mit einem Fall an die Öffentlichkeit.

Beeindruckend fanden die Helfer*innen die Aussage einer nach positiven Schnelltest auch positiv PCR-getesteten Dame, dass sie keinerlei Beschwerden habe. Ihr gleichfalls per PCR-Test positiv getesteter Ehemann hütete allerdings einige Tage lang mit einer Temperatur von über 39° C das Bett. Überraschend war, dass der C-Wert, der als Indikator für das Ansteckungsrisiko im positiven PCR-Test ermittelt wird, bei der 52-jährigen symptom- und beschwerdefreien Dame ein höheres Infektionsrisiko auswies, als bei ihrem fiebernden, niedergeschlagenen und bettlägerigen Ehegatten.

Wenn diese Frau also nicht in Quarantäne geschickt worden wäre, hätte sie unwissentlich andere anstecken können. Und diese angesteckten Personen hätten einen durchaus schweren Verlauf der Erkrankung haben können. Darüber hinaus wäre das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung der Kontakte vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt worden, weil sich die infizierte Person an keine andere erinnern hätte können, die mit dem Virus infiziert war.

Bei den von beiden Vereinen selbst initiierten Nachbetreuung wurden sie von fünf im Schnelltest positiv getesteten Personen informiert, dass die Überprüfung des jeweiligen positiven Schnelltestergebnisses mittels eines PCR-Test bestätigt wurde.

Bemerkenswert auch die Aussage der Ehefrau einer anderen im Schnelltest positiv getesteten Person. Sie wurde von jemanden angesprochen, dass er nichts von Schnelltests halte. Daraufhin informierte sie ihn, dass ihr Ehemann nur durch den Test im Vereinsheim des RV Wanderlust die Info über das Vorliegen einer Corona-Infektion erhalten habe und die erforderlichen Maßnahmen ergriffen hat. Darüber sei sie sehr dankbar.

Eine weitere positiv getestete Person berichtete über einen Gewichtsverlust von 7 Kg innerhalb der Quarantänezeit. Eine andere über das bekannte Phänomen des Geruchs- bzw. Geschmacksverlust (bis auf Salz).

Die Initiatoren und gleichzeitig die Vorsitzenden der beiden Vereine Manfred Chytralla und Dirk Poppke appellieren deshalb an die Menschen, dass sie von dem für sie kostenlosen Schnelltests Gebrauch machen sollen. Das Schnell-Testzentrum in der Otto-Prein-Str.29 öffnet montags bis freitags täglich von 17 – 19:00 Uhr, samstags von 10 – 15:00 Uhr und sonntags von 11 – 16:00 Uhr. Das Testergebnis kann nach ca. 15 Minuten mitgenommen werden und hat eine Gültigkeit von 24 Stunden. Diejenigen mit Termin können sich ihr Ergebnis ohne Wartezeit per eMail zuschicken lassen.

Besonders bei älteren Mitmenschen kommt das Angebot an, sich auch ohne Termin testen zu lassen, denn eine Online-Anmeldung ist nicht jedermanns Sache. Es werden genügend Testkapazitäten vorgehalten.


Aktuelle Zeitungsartikel dazu:


Beitragsfoto oben: Marcel Drawe für den Hellweger Anzeiger